Heizung & Therme

Heizung entlüften: So gehen Sie am Heizkörper vor

Redaktion Installateur.at 17. August 2026 · 3 Min. Lesezeit

Der Heizkörper gluckert, und ein Teil seiner Fläche bleibt kalt? Luft im Heizkörper kann die Wärmeverteilung stören. Entlüften hilft in diesem Fall. Es behebt aber weder ein klemmendes Ventil noch eine Störung am Wärmeerzeuger. Prüfen Sie deshalb auch, ob nur dieser Heizkörper betroffen ist oder die gesamte Heizung kalt bleibt.

Vorbereitung: passendes Werkzeug und abgekühlte Anlage

Legen Sie den passenden Entlüftungsschlüssel, ein kleines Gefäß und ein saugfähiges Tuch bereit. Schauen Sie in die Anleitung Ihres Heizkörpers, wenn Sie das Ventil nicht sicher erkennen. Ein großer Verschlussstopfen oder eine Rohrverschraubung ist kein Entlüftungsventil.

Bei einer eigenen Anlage schalten Sie die Umwälzpumpe nach Bedienungsanleitung ab, öffnen die Heizkörperthermostate und lassen die Anlage zur Ruhe kommen. Viessmann nennt dafür in seiner Anleitung zum Entlüften 30 bis 60 Minuten. Warten Sie außerdem, bis keine Verbrühungsgefahr mehr besteht. Bei einer gemeinschaftlichen Heizung stimmen Sie das Vorgehen mit der Hausverwaltung ab; schalten Sie keine fremde oder zentrale Anlage aus.

Das Entlüftungsventil öffnen und wieder schließen

  1. Boden schützen. Legen Sie das Tuch unter das Ventil und halten Sie das Gefäß vor dessen Auslass. Halten Sie Gesicht und Hände aus der Austrittsrichtung.
  2. Langsam öffnen. Drehen Sie die kleine Entlüftungsschraube vorsichtig so weit auf, dass Luft entweichen kann. Schrauben Sie sie nicht vollständig heraus. Lässt sie sich mit passendem Werkzeug nicht bewegen, brechen Sie ab.
  3. Wasseraustritt abwarten. Sobald Wasser ohne Luft nachkommt, schließen Sie das Ventil wieder vorsichtig. Lassen Sie nicht minutenlang Heizungswasser ablaufen.
  4. Dichtheit kontrollieren. Wischen Sie das Ventil trocken und prüfen Sie, ob es nachtropft. Ein nicht mehr schließendes Ventil braucht eine Reparatur.

Ein improvisiertes Werkzeug kann den Vierkant beschädigen. Fehlt der Schlüssel, besorgen Sie den passenden; ein Schraubendreher eignet sich nur für ein dafür vorgesehenes Ventil.

Danach den Druck prüfen

Lesen Sie bei Ihrer eigenen Anlage den Druck ab und vergleichen Sie ihn mit dem vorgesehenen Bereich in der Bedienungsanleitung. Ein pauschaler Zielwert für jedes Haus wäre falsch. Auch die Gebäudehöhe spielt eine Rolle. Stellen Sie den ursprünglichen Betrieb wieder her und prüfen Sie nach dem Aufheizen, ob der Raum warm wird.

Ist Nachfüllen nötig, richten Sie sich nach der Einweisung für genau Ihre Anlage. Wasserqualität, Fülleinrichtung und Schutz des Trinkwassers müssen passen. Schließen Sie nicht versuchsweise einen Gartenschlauch an ein beliebiges Ventil an. Hinweise zu Druckverlust und den möglichen Ursachen gibt auch Vaillant.

Wenn Gluckern oder Kälte zurückkommen

Notieren Sie, welcher Heizkörper betroffen ist, wann das Problem zurückkehrt und ob der Druck fällt. Wiederholtes Entlüften ersetzt keine Fehlersuche. Ein Fachbetrieb kann unter anderem Druckhaltung, Undichtheiten, Ventile und die Verteilung des Heizwassers prüfen. Ein hydraulischer Abgleich ist eine eigene Arbeit und nicht automatisch Teil einer Thermenwartung.

In der Mietwohnung melden Sie anhaltende Probleme der Hausverwaltung oder Vermietung. Lassen Sie vor einer selbst beauftragten Reparatur klären, wer sie veranlasst und bezahlt. Für einen Termin nennen Sie die Zahl der betroffenen Heizkörper und fragen nach Anfahrt, Mindestverrechnung und Materialkosten.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Luft im Heizkörper?

Gluckern und teilweise kalte Flächen können darauf hinweisen. Sie beweisen es nicht: Auch Ventile, Einstellungen oder die Wärmeverteilung können die Ursache sein.

Wie lange lasse ich das Ventil offen?

Nur bis Wasser ohne Luft austritt. Dann vorsichtig schließen und auf Dichtheit prüfen. Die Schraube nicht vollständig herausdrehen und kein unnötiges Wasser ablassen.

Welchen Druck muss die Heizung haben?

Den Wert Ihrer Anlage finden Sie in der Bedienungsanleitung oder erhalten ihn vom betreuenden Betrieb. Ein einziger Bar-Wert passt nicht für alle Gebäude.

Was tun, wenn der Heizkörper danach kalt bleibt?

Prüfen Sie Einstellungen und Druck, soweit dies laut Anleitung vorgesehen ist. Bleibt der Raum kalt oder kehrt das Problem zurück, lassen Sie die Ursache prüfen.

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