Klima & Lüftung

Klimaanlage nachrüsten: Kosten mit Einbau und Stromkosten

Redaktion Installateur.at 2. November 2026 · 5 Min. Lesezeit

Bevor Sie eine Klimaanlage kaufen, klären Sie, welcher Raum gekühlt werden soll und wo die Wärme nach außen abgegeben werden kann. Bei einer Splitanlage braucht das Außengerät einen geeigneten Platz. Ein mobiles Gerät braucht einen Abluftweg. Beides muss zur Wohnung passen, nicht nur zur freien Stellfläche.

Was eine Klimaanlage mit Einbau kostet

Eine aktuelle unabhängige Preiserhebung für Klimaanlagen mit Einbau gibt es in Österreich nicht. Die letzte stammt von der Arbeiterkammer Wien aus dem Juli 2017. Wir nennen ihre Werte mit Jahreszahl, rechnen sie aber nicht auf heute hoch, weil das eine Schätzung wäre. Wie sich die Preise seither entwickelt haben, hat niemand unabhängig erhoben.

Wien, Juli 2017, brutto Spanne
Splitanlage komplett mit Lieferung und Montage (19 Betriebe) 1.590 bis 3.750 Euro
Nur das Gerätepaar, ohne Montage (9 Betriebe) 859 bis 2.180 Euro
Nur die Montage, mit Fahrtkosten (7 Betriebe) 500 bis 950 Euro
Jährliche Servicepauschale (13 Betriebe) 114 bis 240 Euro
Mobiles Gerät mit Abluftschlauch, Raum 25 bis 30 m² (9 Betriebe) 239 bis 689 Euro

Erhoben wurde ein einfacher Fall: eine Wohnung auf einer Ebene, ein Innen- und ein Außengerät, die Leitung direkt durch die Wand, der Stromanschluss auf der Terrasse. Je Betrieb ging das günstigste Angebot in die Spanne ein. Längere Leitungen, Bohrungen in Beton, eine neue Stromleitung oder ein Hubsteiger waren nicht dabei. Quelle: AK Wien, Fixe Klimaanlagen und mobile Klimageräte, Erhebung 21.6. bis 12.7.2017 bei 24 Wiener Betrieben.

Aktuell belegt sind nur die Stundensätze für Nebenarbeiten. Die Arbeiterkammer Wien erhob 2025 für die Facharbeiterstunde eines Installateurs 90,00 bis 173,69 Euro (20 Betriebe, Juli/August 2025) und für die eines Elektrikers 92,57 bis 158,00 Euro (15 Betriebe, Oktober 2025), jeweils werktags und brutto (AK Wien, Handwerkerkosten 2025). Für Kälte- und Klimatechniker gibt es keinen erhobenen Stundensatz.

Werbepreise im Internet gelten meist für einen Raum, ein bestimmtes Gerät und eine kurze Leitung von etwa drei Metern. Was darüber hinausgeht, wird extra verrechnet. Vergleichen Sie deshalb nicht Endbeträge, sondern den Leistungsumfang, die Liste weiter unten hilft dabei. Betriebe mit Berechtigung für Klimatechnik in Ihrer Nähe finden Sie unter Klimaanlage einbauen.

Splitanlage und mobiles Gerät vergleichen

Variante Aufwand Worauf es im Alltag ankommt
Mobiles Gerät mit Abluftschlauch Abluftführung und geeignete Fensterabdichtung Geräusch im Raum, Platzbedarf und nachströmende warme Luft
Singlesplit Ein Innen- und ein Außengerät mit Leitungen und Kondensatableitung Aufstellung, Schall, Luftführung und fachgerechte Montage
Multisplit Mehrere Innengeräte an einer Außeneinheit Leitungswege, gleichzeitig benötigte Leistung und Regelung je Raum

Vergleichen Sie bei konkreten Modellen Kühlleistung, elektrische Leistungsaufnahme, Effizienzangaben und Schallwerte unter vergleichbaren Bedingungen. Die aufgedruckte Kühlleistung ist nicht der Stromverbrauch. Ein überdimensioniertes Gerät ist ebenso wenig automatisch besser wie die billigste kleine Anlage.

Gastherme und Abluftgerät: vorher klären

Mobile Abluftgeräte können Unterdruck erzeugen. Bei raumluftabhängigen Gasthermen oder Gasdurchlauferhitzern kann dadurch der sichere Abgasabzug beeinträchtigt werden. Das österreichische Behördenportal weist darauf hin, dass solche Geräte nicht gleichzeitig betrieben werden dürfen. Lassen Sie die konkrete Situation vor dem Einsatz vom zuständigen Fachbetrieb beziehungsweise Rauchfangkehrer beurteilen.

Zustimmung und baurechtliche Anforderungen

Für Eingriffe an Fassade, Leitungen oder allgemeinen Gebäudeteilen müssen die notwendigen Zustimmungen geklärt sein. In einer Mietwohnung holen Sie die schriftliche Zustimmung der Vermietung ein. Im Wohnungseigentum können Rechte anderer Eigentümer betroffen sein. Lassen Sie sich den vorgesehenen Einbau samt Außengerät und Leitungsführung freigeben, bevor Sie bestellen.

Davon getrennt ist das Baurecht des jeweiligen Bundeslands. Die Stadt Wien nennt Klimageräte als mögliches Beispiel bewilligungspflichtiger Anlagen. Eine Zustimmung der Hausverwaltung ersetzt nicht automatisch eine erforderliche behördliche Bewilligung. Ein Betrieb sollte die Unterlagen für Ihre konkrete Aufstellung benennen können.

Was in einem vollständigen Angebot stehen sollte

  • Genaue Gerätebezeichnungen und Auslegung für die zu kühlenden Räume.
  • Standorte, Befestigungen und Maßnahmen gegen Schallübertragung.
  • Länge und Führung der Leitungen sowie nötige Wanddurchführungen.
  • Kondensatableitung, gegebenenfalls Pumpe und deren Zugänglichkeit.
  • Elektrischer Anschluss und erforderliche Arbeiten am Bestand.
  • Montage, Prüfungen, Inbetriebnahme und Einweisung.
  • Gerüst oder Hebetechnik, Entsorgung und ausdrücklich ausgeschlossene Leistungen.

Ein beworbener Montagepreis gilt oft nur für bestimmte Leitungswege und gut zugängliche Standorte. Lassen Sie Abweichungen nach einer Besichtigung beziffern. Arbeiten am Kältemittelkreislauf gehören zu entsprechend qualifizierten Fachbetrieben; eine vormontierte Verbindung ist kein Anlass für einen ungeprüften Selbsteinbau.

Stromkosten selbst rechnen

Die Stromkosten sind der Teil, den Sie selbst ausrechnen können: elektrische Leistungsaufnahme mal Betriebsstunden mal Strompreis. Die Leistungsaufnahme steht im Datenblatt und ist nicht die Kühlleistung auf der Verpackung.

Stromkosten Ihrer Klimaanlage
Tragen Sie die Werte Ihres Geräts und Ihren Strompreis ein. Die Startwerte sind Beispiele, keine Messwerte.

Beispiel mit 200 Betriebsstunden im Sommer und 0,30 Euro/kWh:

LeistungsaufnahmeStrom pro SommerKosten pro Sommer
0,3 kW60 kWh18 Euro
0,5 kW100 kWh30 Euro
0,8 kW160 kWh48 Euro

Für eigene Eingaben benötigt der Rechner JavaScript. Sie können auch selbst rechnen: Leistungsaufnahme × Stunden × Strompreis.

Keine Verbrauchszusage. Außentemperatur, Raumgröße, Solltemperatur und Sonnenschutz verändern die tatsächliche Aufnahme. Die Eingaben bleiben in Ihrem Browser.

Zur Einordnung: Im Test des VKI brauchte ein gutes Splitgerät weniger als 100 kWh pro Sommer, ein mobiles Monoblockgerät 140 bis 250 kWh (Konsument, Mai 2023). Den Strompreis nehmen Sie am besten aus Ihrer Jahresabrechnung. Laut Strompreismonitor der E-Control zahlte ein Wiener Haushalt mit 3.500 kWh im günstigsten Angebot ohne Neukundenrabatt 1.022,88 Euro im Jahr, bei Wien Energie 1.141,14 Euro. Umgerechnet sind das 29,23 und 32,60 Cent je kWh, Grund- und Netzpauschalen eingerechnet (E-Control, Stand 1. Oktober 2026; die Umrechnung je kWh ist unsere eigene). Die Messwerte des VKI und der Strompreis stammen aus verschiedenen Jahren.

Laufende Pflege

2017 boten 13 der 21 befragten Wiener Betriebe eine jährliche Servicepauschale an, sie lag zwischen 114 und 240 Euro. Neuere unabhängige Zahlen gibt es nicht. Fragen Sie, ob Anfahrt, Reinigung des Innengeräts und eine Dichtheitskontrolle enthalten sind.

Fragen Sie nach Filterreinigung, Wartungszugang und den Vorgaben des Herstellers. Außenliegender Sonnenschutz und Lüften zu kühleren Zeiten können die nötige Kühlarbeit verringern. Falls ohnehin eine Sanierung oder der Einbau einer Wärmepumpe ansteht, stimmen Sie Leitungswege und Gebäudetechnik gemeinsam ab.

Häufige Fragen

Was kostet eine Klimaanlage mit Einbau?

Eine aktuelle unabhängige Preiserhebung gibt es nicht. Die Arbeiterkammer Wien hat im Juli 2017 bei 19 Wiener Betrieben für einen einfachen Fall, ein Innen- und ein Außengerät mit Leitung direkt durch die Wand, 1.590 bis 3.750 Euro brutto komplett mit Lieferung und Montage erhoben. Diese Werte sind seither nicht neu erhoben worden. Vergleichen Sie Angebote nach Leistungsumfang, nicht nur nach dem Endbetrag.

Was kostet die Montage allein?

Für 2026 gibt es dazu keine unabhängige Zahl. 2017 lagen die Montagekosten mit Fahrt bei sieben Wiener Betrieben zwischen 500 und 950 Euro (AK Wien). Längere Leitungen, Bohrungen in Beton, eine neue Stromleitung oder ein Hubsteiger kommen meist dazu.

Wie hoch sind die Stromkosten einer Klimaanlage?

Rechnen Sie elektrische Leistungsaufnahme mal Betriebsstunden mal Strompreis. Laut VKI-Test (2023) braucht ein gutes Splitgerät weniger als 100 kWh pro Sommer, ein mobiles Monoblockgerät 140 bis 250 kWh. Bei 30 Cent je kWh sind 100 kWh 30 Euro.

Was kostet die jährliche Wartung?

Aktuelle unabhängige Zahlen gibt es nicht. 2017 boten 13 von 21 Wiener Betrieben eine Servicepauschale zwischen 114 und 240 Euro an (AK Wien). Fragen Sie, ob Anfahrt, Reinigung und Dichtheitskontrolle enthalten sind.

Darf ich ein Außengerät an die Fassade hängen?

Klären Sie vorher die erforderlichen Zustimmungen und das Baurecht am Standort. Vermietung oder Miteigentümer können betroffen sein; eine Zustimmung ersetzt nicht automatisch eine behördliche Bewilligung.

Kann ein mobiles Klimagerät neben einer Gastherme laufen?

Bei raumluftabhängigen Gasthermen kann Unterdruck den Abgasabzug stören. Solche Geräte dürfen laut österreichischem Behördenportal nicht gleichzeitig betrieben werden; die konkrete Situation muss vorher fachlich geklärt werden.

Ist die Kühlleistung gleich dem Stromverbrauch?

Nein. Die Kühlleistung beschreibt abgeführte Wärme. Für Stromkosten brauchen Sie die elektrische Aufnahme über die tatsächliche Laufzeit sowie Ihren Strompreis; Effizienz und Einsatzbedingungen beeinflussen das Ergebnis.

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