Ein Angebot nennt nur Wärmepumpe und Montage, das andere zusätzlich Fundament, Elektrik und neue Heizkörper. Die Endbeträge lassen sich so kaum vergleichen. Lassen Sie vor der Preisentscheidung festhalten, welche Arbeiten für Ihr Haus nötig sind und welche davon tatsächlich im Angebot stehen.
Sie möchten zuerst klären, welche Lösung zu Ihrem Haus passt? Die Wärmepumpen-Übersicht führt durch Heizungstausch und Betriebsauswahl. Geht es ausschließlich um Warmwasser, lesen Sie den Ratgeber zur Brauchwasser-Wärmepumpe.
Was die Wärmequelle am Aufwand ändert
| System | Zusätzlich zur Heizungsanbindung zu klären |
|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Aufstellort, Fundament, Schall, Kondensatableitung und Leitungsweg |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe | Erdkollektor oder Bohrung, Untergrund, Zufahrt und erforderliche Bewilligungen |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Grundwasserangebot und -qualität, Brunnenanlage und wasserrechtliche Anforderungen |
Auch bei einem Luftgerät können Erdarbeiten nötig sein. Ebenso ist es nicht automatisch genehmigungsfrei. Welche Anforderungen gelten, hängt von Bundesland und Standort ab. In Wien führt die Bauverfahrensübersicht Wärmepumpen als mögliches Beispiel für bewilligungspflichtige Anlagen an. Klären Sie die konkrete Aufstellung mit Betrieb und zuständiger Behörde.
Heizlast und vorhandene Heizflächen zuerst prüfen
Die Leistung der Anlage muss zum Gebäude passen. Dafür werden Wärmebedarf, Heizflächen und benötigte Vorlauftemperaturen betrachtet. Vorhandene Heizkörper schließen eine Wärmepumpe nicht aus. Ob einzelne größer werden müssen oder eine Fußbodenheizung nachgerüstet werden soll, ergibt sich aus der Planung.
Niedrigere erforderliche Heizwassertemperaturen begünstigen einen effizienten Betrieb. Die Informationen von klimaaktiv zum Umstieg erläutern diesen Zusammenhang. Ein Prospektwert unter Prüfbedingungen ist keine Zusage für die Jahresarbeitszahl in Ihrem Haus.
Diese Posten gehören in den Angebotsvergleich
- Planung, Heizlast und Auslegung einschließlich Warmwasserbereitung.
- Genaue Gerätebezeichnung, Leistung und vorgesehene Regelung.
- Aufstellung beziehungsweise Erschließung der Wärmequelle.
- Hydraulik, benötigte Speicher, Rohrleitungen und Dämmung.
- Elektrischer Anschluss und gegebenenfalls Anpassung des Zählerplatzes.
- Änderungen an Heizflächen und hydraulischer Abgleich.
- Ausbau der alten Anlage, Entsorgung und fachgerechte Stilllegung bisheriger Anschlüsse.
- Inbetriebnahme, Einweisung, Dokumentation und Wartungsbedingungen.
Nicht jede Anlage braucht jeden Speicher oder einen eigenen Stromzähler. Lassen Sie notwendige Komponenten begründen und ausgeschlossene Leistungen benennen. Für Bohrungen sollten Annahmen zu Tiefe und Untergrund sowie die Abrechnung von Mehrleistungen feststehen. Ein günstiger Gerätepreis allein sagt wenig über den fertigen Umbau.
Betriebskosten mit eigenen Zahlen rechnen
Ihre Annahmen, Ihr Rechenbeispiel
Berechnet wird nur der verbrauchsabhängige Stromanteil. Die Startwerte sind frei gewählte Beispiele.
Wärmebedarf ist die abgegebene Wärme, nicht der bisherige Gas- oder Stromverbrauch. Verwenden Sie für Wärmebedarf und JAZ dieselbe Bilanzgrenze, etwa Heizung einschließlich Warmwasser.
Beispiel mit 12.000 kWh Wärme pro Jahr und 0,25 Euro/kWh Strom:
| JAZ | Strom/Jahr | Stromanteil/Jahr |
|---|---|---|
| 2,5 | 4.800 kWh | 1.200 Euro |
| 3 | 4.000 kWh | 1.000 Euro |
| 4 | 3.000 kWh | 750 Euro |
Für eigene Eingaben benötigt der Rechner JavaScript. Sie können auch selbst rechnen: Wärmebedarf ÷ JAZ × Strompreis.
Keine Verbrauchs- oder Einsparungszusage. Grundgebühren, Wartung, Anschaffung und nicht in der JAZ enthaltene Hilfsverbräuche kommen gesondert hinzu. Die Eingaben bleiben in Ihrem Browser.
Eine einfache Modellrechnung lautet: jährlicher Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Strombedarf innerhalb der gewählten Bilanzgrenze. Bei angenommenen 12.000 kWh Wärme und einer JAZ von 4 sind das 3.000 kWh Strom. Diese Werte sind ein Rechenbeispiel, keine Verbrauchsprognose für Ihr Haus.
Multiplizieren Sie den Strombedarf mit Ihrem vollständigen verbrauchsabhängigen Strompreis. Ergänzen Sie Grundkosten, Wartung und gegebenenfalls Stromverbräuche, die in der verwendeten JAZ nicht enthalten sind. Für Gas teilen Sie denselben Wärmebedarf durch den angenommenen Jahresnutzungsgrad der bisherigen Anlage und rechnen mit Ihrem Gastarif.
Der Vergleich pro Kilowattstunde Wärme ist damit: Strompreis/JAZ gegenüber Gaspreis/Nutzungsgrad. Eine starre Regel „Strom darf höchstens viermal so teuer sein“ lässt den Nutzungsgrad weg. Rechnen Sie außerdem ein ungünstigeres Szenario mit niedrigerer JAZ und veränderten Tarifen. Eine Amortisation in einer festen Zahl von Jahren lässt sich ohne Investition, Förderung und Verbrauchsdaten nicht versprechen.
Einmalige Kosten und laufende Kosten trennen
Halten Sie im Angebotsvergleich drei Summen getrennt: den vollständigen Umbau vor Förderung, die tatsächlich gesicherte Förderung und die erwarteten jährlichen Betriebskosten. So wird ein teureres Gerät mit niedrigerem angenommenem Verbrauch nicht versehentlich mit einem unvollständigen Einbauangebot verglichen.
Bitten Sie beide Anbieter um dieselbe Grundlage: gleicher Wärmebedarf, gleiche Warmwasseraufgabe, gleicher Strompreis und klar benannte Zusatzverbräuche. Lassen Sie eine zweite Rechnung mit ungünstigerer JAZ zeigen. Der Rechner oben macht sichtbar, wie stark diese Annahme das Ergebnis verändert.
Was passiert, wenn im Angebot etwas fehlt?
Markieren Sie jede Position als enthalten, ausgeschlossen oder noch zu klären. Ein nicht genannter Elektroanschluss ist kein kostenloser Elektroanschluss. Halten Sie fest, wer nötige Fremdleistungen beauftragt und wie Mehrkosten freigegeben werden. Fragen Sie bei einer Bohrung nach der Abrechnung, falls der Untergrund vom angenommenen Zustand abweicht.
Der Vergleich ist erst vollständig, wenn auch Inbetriebnahme, Einweisung, Dokumentation und die Zuständigkeit bei einer Störung feststehen. Eine konkrete Aufstellung Ihres Hauses ist hilfreicher als ein pauschaler Internetpreis.
Förderung: Stand 18. September 2026
Die offizielle Seite der Förderaktion Kesseltausch für Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser meldet die Aktion als beendet: Neue Registrierungen sind nicht möglich. Bestehende Registrierungen und eingereichte Anträge werden weiterbearbeitet. Rechnen Sie eine bisher nicht gesicherte Förderung deshalb nicht als festen Abzug vom Angebot ein.
Prüfen Sie weitere Programme über die offizielle Förderübersicht und Ihr Bundesland. Voraussetzungen, Budget und Reihenfolge von Registrierung und Auftrag müssen zum konkreten Programm passen. Die Finanzierung sollte auch dann nachvollziehbar bleiben, wenn eine erwartete Förderung nicht zustande kommt.
Mit Heizlast, Verbrauchsunterlagen und dieser Postenliste können Sie Betriebe für ein konkretes Angebot suchen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Wärmepumpe inklusive Einbau?
Der Gesamtpreis hängt von Wärmequelle, Haus und nötigen Nebenarbeiten ab. Vergleichen Sie vollständige Angebote einschließlich Elektrik, Aufstellung, Heizungsanbindung und Rückbau der alten Anlage.
Funktioniert eine Wärmepumpe mit Heizkörpern?
Das ist möglich, wenn die Heizflächen die benötigte Wärme bei geeigneten Vorlauftemperaturen abgeben. Lassen Sie Heizlast und vorhandene Heizkörper prüfen, bevor Sie einen Austausch einplanen.
Ist die Bundesförderung Kesseltausch noch offen?
Stand 18. September 2026 meldet die offizielle Aktion für Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser das Ende neuer Registrierungen. Bestehende Registrierungen und Anträge werden weiterbearbeitet.
Wie berechne ich die Stromkosten?
Teilen Sie den Wärmebedarf durch die angenommene Jahresarbeitszahl und multiplizieren Sie mit dem verbrauchsabhängigen Strompreis. Ergänzen Sie Grundkosten und nicht enthaltene Hilfsverbräuche; die Annahmen müssen zusammenpassen.