Woher Wiens Trinkwasser kommt
Wien trinkt Quellwasser aus den Alpen. In sechs Bezirken wird zeitweise Grundwasser beigemischt, und das ist deutlich härter. Die Karte zeigt, wo.
- Hochquellenwasser, 6 bis 12 °dH
- mit Grundwasser gemischt, 6 bis 12, zeitweise bis 20 °dH
Angaben der Stadt Wien, Stand 18.11.2025
Vier Quellen, ein Leitungsnetz
Wiens Wasser kommt aus vier Bezugsquellen. Zwei davon sind die Hochquellenleitungen, die seit dem 19. Jahrhundert Quellwasser aus den Alpen in die Stadt bringen. Dazu kommen zwei Grundwasserwerke, die vor allem an heißen Tagen und bei Spitzenverbrauch einspeisen. Der Unterschied im Kalkgehalt ist erheblich: Zwischen dem weichsten und dem härtesten Wasser liegt fast das Dreifache.
| Bezugsquelle | Woher | Gesamthärte | Karbonathärte | Entnahme |
|---|---|---|---|---|
| II. Wiener Hochquellenleitung | Quellen im Hochschwab- und Salzatal (Steiermark, Niederösterreich) | 6,4 °dH | 6,4 °dH | 27.04.2026 |
| I. Wiener Hochquellenleitung | Quellen am Schneeberg, an der Rax und am Schneealpe-Massiv | 9,7 °dH | 8,6 °dH | 27.04.2026 |
| Grundwasserwerk Lobau | Grundwasser im Nationalpark Donau-Auen | 15,2 °dH | 13,6 °dH | 30.04.2026 |
| Wasserwerk Moosbrunn (Unterlaa) | Grundwasser aus dem Mitterndorfer Senke-Gebiet | 17,4 °dH | 13,1 °dH | 29.04.2026 |
Die Werte stammen aus den Volluntersuchungen der städtischen Prüfstelle, entnommen Ende April 2026. Es sind Messwerte der jeweiligen Quelle, nicht Werte für einen bestimmten Bezirk.
Warum die Karte nur zwei Farben hat
Weil es mehr amtlich nicht gibt. Die Stadt Wien veröffentlicht für 17 Bezirke die Spanne 6 bis 12 °dH und für die sechs Mischwasser-Bezirke 6 bis 12, zeitweise bis 20 °dH. Einen Härtewert je Bezirk gibt es nicht, und welcher Bezirk aus welcher der beiden Hochquellenleitungen versorgt wird, veröffentlicht die Stadt ebenfalls nicht. Wir hätten die Karte feiner einfärben können, aber die Abstufungen wären ausgedacht gewesen.
Ein zweiter Punkt, der oft untergeht: Der Härtegrad schwankt in Wien über das Jahr stärker als zwischen den Bezirken. Wer den Wert für die eigene Adresse genau wissen will, fragt bei Wiener Wasser nach.
Was der Härtegrad im Haushalt bedeutet
Kalk ist kein Qualitätsmangel. Er sagt nichts über die Reinheit des Trinkwassers aus, und Calcium und Magnesium sind für den Körper nützlich. Was Kalk anrichtet, betrifft die Technik: Er setzt sich beim Erwärmen ab, also in Wasserkocher, Kaffeemaschine, Waschmaschine, Boiler und Therme. Verkalkte Heizstäbe brauchen mehr Energie, Dichtungen werden spröde, und auf Armaturen bleiben Flecken.
Ab etwa 14 °dH gilt Wasser als hart. Mit 6,4 °dH aus der II. Wiener Hochquellenleitung liegt Wien im weichen Bereich, mit 17,4 °dH aus dem Wasserwerk Moosbrunn (Unterlaa) darüber. Genau deshalb ist die Frage, welches Wasser bei Ihnen ankommt, keine Kleinigkeit.
Lohnt sich eine Enthärtungsanlage?
Für die meisten Wiener Haushalte lautet die ehrliche Antwort: eher nicht. Der Verein für Konsumenteninformation hält eine Wasseraufbereitung in österreichischen Haushalten „in der Regel weder für erforderlich noch zu empfehlen". Wo reines Hochquellenwasser ankommt, gibt es wenig zu enthärten. In den Mischwasser-Bezirken kann die Rechnung anders aussehen, vor allem bei wiederkehrenden Schäden an Geräten.
Was eine Anlage kostet, was sie im Betrieb braucht und woran Sie eine wirksame erkennen, steht im Ratgeber Wasserenthärtungsanlagen. Wenn Sie das Thema mit einem Fachbetrieb besprechen möchten, finden Sie über unser Verzeichnis Installateure in Wien.
Woher die Daten kommen
Die Zuordnung der Bezirke stammt aus der Härtetabelle der Stadt Wien, die Messwerte aus den Volluntersuchungen der Prüfstelle MA 39. Beides ist offen lizenziert und frei nachprüfbar; die Prüfberichte sind oben je Quelle verlinkt.
Datenquellen: Stadt Wien – data.wien.gv.at (Wasserhärte nach Bezirken, Stand 18.11.2025, CC BY 4.0) · Stadt Wien, Prüfstelle MA 39 (Volluntersuchungen, Entnahme 27. bis 30. April 2026, CC BY 4.0) · Verein für Konsumenteninformation (Einschätzung zur Wasseraufbereitung, 2019)
