Die Fliesen sind noch in Ordnung, Dusche und Waschbecken funktionieren. Trotzdem gefällt Ihnen das Bad nicht mehr: Auf dem Wannenrand stehen zu viele Flaschen, der Duschvorhang hat seine besten Tage hinter sich, und vor dem Spiegel fehlt Licht. Dafür muss nicht gleich das ganze Bad raus. Es lohnt sich, zuerst die Dinge anzugehen, die Sie jeden Morgen stören.
1. Die Ablagen freiräumen
Räumen Sie Waschbeckenrand, Fensterbank und offene Regale einmal leer. Zurück kommt zunächst nur, was Sie täglich benutzen. Angebrochene Vorräte können zusammen in ein Fach, selten gebrauchte Dinge in einen Schrank. So sehen Sie auch, ob tatsächlich Stauraum fehlt oder ob er nur ungünstig aufgeteilt ist.
Ein flacher Einsatz in der Schublade kann reichen, damit Haarspangen, Rasierer und Cremetuben nicht durcheinanderliegen. Für Handtücher ist ein Regal vielleicht praktischer als ein weiterer geschlossener Schrank. Messen Sie vor dem Kauf auch den Platz, den Türen und Schubladen beim Öffnen brauchen. Ein Möbelstück, an dem man sich jeden Tag vorbeizwängt, löst das Platzproblem nicht.
2. Mit Handtüchern und Duschvorhang anfangen
Wenn Sie die Farbe der Fliesen nicht mögen, probieren Sie zuerst aus, was daneben gut aussieht. Legen Sie ein vorhandenes Handtuch an die Wand oder halten Sie eine Stoffprobe daneben. Das sagt mehr als ein Produktfoto im Onlineshop.
Ein neuer Duschvorhang, ein Badvorleger oder andersfarbige Handtücher verändern größere sichtbare Flächen, ohne dass Sie etwas an der Einrichtung umbauen müssen. Sie müssen dafür kein komplettes Set kaufen. Vielleicht passt der Vorhang bereits, und nur der gemusterte Teppich wirkt daneben unruhig. Lassen Sie die Kombination ein paar Tage auf sich wirken, bevor Sie weitere Accessoires dazustellen.
3. Das Licht am Spiegel prüfen
Schauen Sie sich bei eingeschaltetem Licht im Spiegel an. Ist der Raum hell genug, aber Ihr Gesicht liegt im Schatten? Dann hilft Ihnen eine weitere Leuchte irgendwo an der Decke womöglich wenig. Entscheidend ist, wo Sie das Licht brauchen: am Waschbecken, beim Rasieren oder beim Schminken.
Wenn Sie eine neue Spiegelbeleuchtung planen, nehmen Sie Maße und Fotos der vorhandenen Anschlüsse zum Beratungsgespräch mit. Eine Elektrofachkraft kann klären, welche Leuchte am vorgesehenen Platz im Bad geeignet ist und wie sie angeschlossen wird. Neue Leitungen oder einen festen Stromanschluss sollten Sie dafür nicht selbst verlegen.
Hat das Bad ein Fenster, lohnt auch ein Blick auf die Fensterbank: Ein hoher Wäschekorb oder dicht davorstehende Gegenstände können Tageslicht verdecken. Vielleicht lässt sich dort schon durch Umstellen etwas verbessern.
4. Abgenutzte Kleinteile gezielt ersetzen
Ein wackelnder WC-Sitz, ein beschädigter Seifenspender oder ein unpraktischer Handtuchhalter fällt im Alltag stärker auf als die nächste Dekoration. Schreiben Sie auf, was kaputt ist oder sich schlecht benutzen lässt. Oft ist das die sinnvollere Einkaufsliste.
Für einen neuen WC-Sitz brauchen Sie die Form und Maße der Keramik sowie den Abstand der Befestigungen. Beim Duschkopf sollten Anschluss und Eignung für die vorhandene Warmwasserversorgung zum Produkt passen. Machen Sie Fotos und nehmen Sie Modellangaben mit, statt im Geschäft zu schätzen.
Tropft die Armatur oder ist ein Anschluss undicht, beschreiben Sie das einem Installateur. Fragen Sie zunächst nach einer Reparatur. Ein neues sichtbares Teil ist wenig wert, wenn das eigentliche Problem dahinter bestehen bleibt.
5. Freie Wandflächen neu streichen
Gibt es oberhalb der Fliesen eine gestrichene Wand, kann eine neue Farbe ausreichen, damit das Bad anders wirkt. Testen Sie den Farbton zuerst auf einer kleinen Fläche und betrachten Sie ihn bei Tageslicht und mit eingeschalteter Beleuchtung. Gerade neben vorhandenen Fliesen lässt sich die Wirkung schwer aus dem Farbfächer beurteilen.
Welche Farbe und Vorbereitung passen, hängt vom Untergrund und der Stelle im Bad ab. Halten Sie sich an die Verarbeitungshinweise des Herstellers; direkt an Dusche oder Wanne gelten andere Anforderungen als an einer trockenen Wand. Feuchte Stellen, abblätternde Beschichtungen oder Schimmel sollten Sie vor dem Streichen fachlich abklären lassen.
Wenn Sie zur Miete wohnen und Fliesen beschichten, bohren oder Einbauten verändern möchten, stimmen Sie das Vorhaben vorher mit der Vermietung ab. Für Handtücher, einen passenden Vorhang und eine aufgeräumte Ablage brauchen Sie dagegen keinen Umbauplan. Suchen Sie sich für den Anfang die eine Änderung aus, von der Sie im Alltag am meisten haben.